Seit Wochen haben die Mitglieder unserer grossen Familie Vision
Guatemala gespannt auf diesen unvergesslichen Tag gewartet – endlich ist
es soweit: Am Sonntag 13. Januar, dem letzten Tag vor Schulbeginn,
versammelt sich unsere bunte Schar von Visions-Frauen und Kinder im
“salon de la municipalidad”, dem Gemeindezentrum von San Pedro La Laguna
zur Übergabe unserer hart erarbeiteten Stipendien für das Schul- und
Studienjahr 2013.
Für unser 15köpfiges Team, zusammengewürfelt aus lokalen Mitarbeitern
und Volunteers aus aller Welt, beginnt der Tag bereits im Morgengrauen
mit dem Transport der Materialien. 200 Stühle, ein Soundsystem und 80
prall gefüllte Rucksäcke werden in sauberer Ordnung auf mehreren Fahrten
ins Gemeindezentrum chauffiert.
Der Plan, wie der Saal eingerichtet werden soll, wurde am Vortag auf
dem Whiteboard in der Teamsitzung aufgezeichnet. Ob die Crew sich wohl
an den Plan halten wird?
Kurz vor dem Mittag ist der Saal eingerichtet. Was nicht auf Anhieb
klappt, wird perfekt improvisiert. Zwei Mitwirkende haben eine
mehrstündige und schwierige Reise zurückgelegt um am heutigen Anlass
teilzunehmen – mit Bus, Pickup, Tuctuc und Schiff schaffen sie es
schlussendlich trotz gesperrten Strassen und Streik noch rechtzeitig
nach San Pedro La Laguna: der Fotograf und der Artist für den Hauptakt!
Wir schauen auf die vielen leeren Stühle und werden uns bewusst, dass
heute wohl der grösste Anlass in der Geschichte unserer Vision
stattfinden wird. Alle sind ein bisschen nervös, die meisten wirken aber
gelassen und zuversichtlich.
Eine Viertelstunde vor Türöffnung stehen unsere Mitglieder, die
begünstigten Frauen und ihre Kinder, bereits vor dem Eingang Schlange.
Wir haben damit gerechnet – unser guter Freund John spielt am Eingang
seine selbst angefertigte Harve und freut sich über das grosse Publikum,
das berührt seinen sanften Klängen zuhört.
Als es endlich soweit ist, erwarten uns zahlreiche gespannte Frauen
und Kinder an der Türe und es dauert nicht lange, bis alle Stühle
besetzt sind. Bis auf eine einzige Frau, welche aus gesundheitlichen
Gründen nicht kommen konnte, sind alle da. Die Übergabe der Stipendien
will sich niemand entgehen lassen!
Die Frauen und Kinder warten gespannt auf ihren Stühlen bis es
losgeht und scheinen genauso nervös zu sein, wie wir selber. Es herrscht
eine gespannte aber schöne Atmosphäre im Saal!
Sobald Nicola zu sprechen beginnt verstummen alle. Die Frauen und
Kinder im Saal hören gespannt zu. Aber nicht nur Sie! Heute ist sogar
das lokale Fernsehen gekommen und überträgt diesen Tag live auf dem
lokalen Sender.
Ein Satz von Nicola bleibt vor allem hängen: DIE STIPENDIEN SIND KEINE GESCHENKE!
Sie sind der Lohn für die viele Arbeit der Frauen! Und für ihre
Bereitschaft am Projekt teilzunehmen, auch wenn dies teilweise bedeutet,
dass sie an ihre Grenzen gehen müssen. Die Mitglieder haben im Verlauf
des letzten Jahres ein intensives Training absolviert und ihren
Mikrokredit in das eigene Projekt investiert. Für diese Frauen ist der
Umgang mit Geld völlig neu, bedeutet eine ganz neue Herausforderung und
viel Verantwortung. Dass sich die Frauen dieser Herausforderung stellen
bedeutet viel mehr, als man sich vorstellen kann.
Wir wünschen uns sehr, dass sie der neuen Herausforderung gewachsen
sind und in Zukunft ihre Familien ohne fremde Hilfe versorgen können.
Viele haben dies schon bewiesen, bei einigen wird es sich noch zeigen
müssen.
Anabela, unsere einheimische Mitarbeiterin, stellt sicher, dass alle
Anwesenden genau verstehen, was unsere Stipendien beinhalten und an
welche Bedingungen sie geknüpft sind. Sie übersetzt Wort für Wort auf
Z’utujil, die lokal am meisten verbreitete Sprache. Vision Guatemala
ermöglicht den begünstigten Kindern und Jugendlichen, ein komplettes
Studium von der Grundschule bis zur Universität oder Berufsbildung zu
absolvieren, solange die Mütter ihren Verpflichtungen nachkommen. Neben
den obligatorischen Schulgebühren kommt die Organisation für sämtliches
Material auf. Zusätzlich wird in den neuen Räumlichkeiten ein eigenes
Computerlabor eingerichtet, wo die Schüler ihre Hausaufgaben erledigen,
Kopien erstellen und Arbeiten ausdrucken können. Die im letzten Jahr
beliebten und zahlreich besuchten Unterrichtstunden dürfen auch dieses
Jahr nicht fehlen: Die Kinder und Jugendlichen werden weiterhin in
Mathematik, Englisch, Spanisch, Geografie, Computer-Basics und Kunst
unterrichtet.
Nach der berührenden Rede von Nicola folgt eine Überraschung. Jazz,
der Clown, begeistert die Anwesenden mit seiner wunderbaren Show. Die
strahlenden Gesichter der Kinder und Frauen und die fröhliche Atmosphäre
kann man wohl nicht mehr übertreffen, oder?
Man kann! Nach der Show beginnen wir nämlich mit dem Verteilen der
vollgepackten Rücksäcke für die Kinder, was die Menschen noch mehr zum
Srahlen bringt, auch wenn wir dies nicht für möglich gehalten hätten.
Viele haben Tränen der Rührung in den Augen. Auch wir!
Der wunderbare Tag endet mit einem Gruppenfoto der ganzen Vision
Guatemala Familie und mit vielen warmen Worten sowie herzlichen
Umarmungen!
Eins ist klar, diesen Tag werden wir so schnell nicht wieder vergessen!
By Laila
weitere Fotos sind zu bestaunen auf www.facebook.com/visionguatemala
Saturday, 19 January 2013
Monday, 7 January 2013
Kinder helfen Kindern – grosser Einsatz in Gotthaus!
Bereits Ende November begegnete uns eine muntere Kinderschar, arbeitsam in Räumen des Schulhauses Hoferberg in Wilen-Gottshaus. Hier bereitete sich Gross und Klein einzigartig auf Weihnachten vor. Kinder, Mütter und Lehrpersonen begannen gemeinsam zu basteln, backen und schreiben, um alles auf dem Weihnachtsmarkt verkaufen zu können.
Sie hatten sich ein besonderes Ziel gesetzt: Weihnachten für “Vision Guatemala”! Jenen Kindern und Frauen, die in unser Projekt “Vision Guatemala” eingebunden sind, soll es ebenso gut ergehen wie unseren hier.
Was aus dieser Idee entstanden ist, lässt sich sehen! Das Resultat eines grossartigen Einsatzes durften heute alle miteinander feiern! Sitzend im Kreis warteten aufmerksame Kinderaugen, Eltern und Lehrerschaft gespannt auf das Ergebnis ihres Werkens und Gestaltens.
Und siehe da! Schüler brachten einen Riesencheck in die Runde. Ein Staunen und Applaudieren, denn der Check war beziffert mit einem Betrag von Fr. 1542.50! Erwünschtes darf möglich werden!
Aufgezeichnet auf Plakaten waren nun die verschiedenen Wünsche zu lesen, die sich Vision Guatemala gerne erfüllen möchte. Die Schulkinder durften jetzt gemeinsam mit ihren Eltern und Lehrern überall dorthin Punkte setzen, welcher Wunsch mit ihrem Einsatz für die Frauen und Kinder von Vision Guatemala Wirklichkeit werden sollte. Es ergaben sich Konfetti farbige Bilder, alles “gepunktet”, zugunsten von Vision Guatemala!
Da flogen zum Abschluss Ballone nicht nur mit Neujahrswünschen in die Luft, sondern bestimmt auch mit weitherzigen Gedanken an jene Kinder und Frauen, die von Vision Guatemala unterstützt werden.
Herzlichen Dank an die Familie Blöchlinger, Elisabeth Sigfalk und ihr Team sowie an alle Kinder, die so grossen Einsatz für unsere Familien in Guatemala geleistet haben!
Thursday, 3 January 2013
Besuch bei der Gemeinde
Vision
Guatemala braucht fuer Sonntag in einer Woche einen Raum fuer ueber 80
Personen. Schliesslich soll den Schulkindern ihr neues Schulmaterial
ueberreicht werden. Ebenfalls ist wichtig, dass wir Soe darueber informieren
koennen, dass Vision Guatemala verschiedene Dinge anbieten. So koennen Sie
beispielweise hier kopieren, drucken und auch das Internet benuetzen. All diese
Dinge sind notwendig, um die Schule hier zu besuchen. Leider hat kaum eine
Familie die Moeglichkeit oder die finanziellen Mittel um dies zu
bewerkstelligen. Nicola moechte die Kinder und deren Muetter ebenfalls ueber
verschiedene Kurse informieren, welche Vision Guatemala den Kindern anbietet.
So koennen die Kinder zusaetzlich zur Schule Kurse in Englisch, Spansich,
Mathematik aber auch in Kunst besuchen und lernen, wie man mit dem Computer
umgeht. Diese Kurse sind nicht nur sehr beliebt sondern auch notwendig, da
viele Schulen nicht genuegend auf die verschiedenen Beduefnisse der Kinder
eingehen koennen.
Zu viert
machen wir uns also auf, um die Gemeinde zu bitten, uns einen geeigneten Raum
dafuer zur Verfuegung zu stellen. Der Buergermeister ist nicht da. Wir werden
aber von sage und schreibe sieben Gemeindemitglieder empfangen, welche uns
viele Fragen zur Organisation stellen. Es fuehlt sich an, als ob wir eine Bitte um einen Millionbeitrag fuers Projekt
gestellt haetten. Es handelt sich aber tatsaechlich nur um die Benuetzung eines
Raumes fuer drei Stunden. Sie beschliessen, dass wir einen Antrag fuer den Raum
stellen duerfen. Natuerlich schriflich. Wir verabschieden uns einzeln dankend
bei Allen und machen uns auf, den Antrag zu stellen. Natuerlich ist mit diesem
so einiges nicht in Ordung. So fehlt beispielsweise ein Stempel der
Organisation. Dennoch bewilligen Sie den Antrag gnaedigerweise.
Andere
Laender, andere Sitten. Schon ja, sinnlose Buerokratie scheint es aber dennoch
ueberallhin zu schaffen:-)
Laila
Erste Eindrücke von Vision Guatemala
Kaum aus dem Bus gestiegen erwarten mich bereits
Nicola und ihr Freund Cesar, welcher mir auch sofort mein Gepaeck abnimmt. Dann
fuehren Sie mich ins Buero von Vision Guatemala, wo ich ebenfalls sehr herzlich
von den beiden Guatemaltekinnen Roxy und Tula begruesst werde. Dass ich noch
kaum spanisch spreche interessiert hier niemanden. Sie nehmen mich trotzdem
ueberallhin mit, zeigen mir das Dorf und erklaeren mir geduldig alles zweimal,
wenn ich sie nicht verstehe
Die Frauen aus dem Dorf begruessen mich mit Umarmungen
und kuessen. Auch Sie sind sehr geduldig mit der nichtspanischsprechenden
Weissen. Durch die vielen Touristen am wuenderschoenen See sind sie es zwar
gewohnt, weisse zu sehen, dass sie von einer zu Hause besucht werden scheint
aber doch eher unueblich zu sein.
Nach einem sehr vielseiten ersten Tag mit vielen
Eindruecken, lege ich mich muede ins Bett. Da hier viel gearbeitet wird,
treffen sich die Mitarbeiter von Vision Guatemala am naechsten Tag bereits
wieder um 07.30 im Buero. Ich darf aber ausschlafen und geselle mich erst
mittags zu Ihnen. Es steht ein Besuch beim Buergermeister der Stadt an. Vision
Guatemala sucht naemlich fuer Sonntag einen Raum fuer ueber 80 Personen, um den
Kindern die verdienten Schuldiplome und das neue Unterrichtsmaterial zu
uebergen. Wie so vieles ist aber auch das Mieten eines Raumes hier anders als
zu Hause. Auch wenn wir den Raum nur fuer einige Stunden benoetigen, muss ein
Antrag gestellt werden. Allerdings erst, nachdem wir von 7 Mitgliedern der
Gemeindeverwaltung begutachtet und befragt worden sind. Alle sind sehr
freundlich, wollen uns aber auch zeigen, wie wichtig sie und ihre Arbeit wohl
sind und dass sie die Vermietung eines Raumes nicht auf die leichte Schulter
nehmen:-)
Fuer mich, aber auch fuer die anderen ein unvergessliches Erlebnis...
Kaum sind wir zurueck im Buero kommen auch schon viele
Frauen mit ihren Kindern und den Unterlagen fuer die Schule. Vision Guatemala
uebernimmt fuer die Kinder naemlich nicht nur die Kosten fuer die Schule
sondern auch die Anmeldung, welche hier ebenfalls anders funktioniert als
zuhause und fuer mich doch gewoehnungsbeduerftig kompliziert zu sein scheint! Es werden viele Fragen gestellt, welche
Nicola, Tula und Roxy geduldig beantworten. Mit etwas glueck kann die Anmeldung
der Kinder am kommenden Montag stattfinden, wir werden sehen.
Ich bin auf alle Faelle gespannt auf die kommende Zeit
und freue mich sehr darauf. Fest steht, hier wird anders gearbeitet, begruesst,
erzaehlt, gegessen und gelebt als zu Hause und das gefaellt mir sehr!
Laila
Monday, 24 December 2012
Vision Guatemala – navidad de alegria
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| Eine fröhliche und ausgelassene Kinderschar in unserem Visionshaus – das schönste Weihnachtsgeschenk! |
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| Mit den Kindern in den Strassen von San Pedro |
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| “Fätzli Gleit” Guatemalan Style |
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| Mit vereinten Kräften – beim Seilziehen gewinnen nach einer ausgeglichenen Partie die Mädchen gegen die Jungs! |
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| Im Schatten der Bananenbäume in unserem Vorgarten fanden alle Kinder ein Plätzchen und genossen das verdiente Mittagessen. |
Nachdem alles aufgeräumt war und das Team endlich zur Ruhe kam, machte ich mich auf den Weg ins Büro, um mit euch, liebe Visions-Freunde, die Eindrücke des unvergesslichen Tags zu teilen. Einige Mütter sprachen mich auf dem Weg an und bedankten sich für unsere Arbeit. Was gibt es Schöneres als eine glückliche Visionsfamilie!
Merry Christmas!
Nicola
Fotos auf www.facebook.com/Visionguatemala
Tuesday, 27 November 2012
Vamos a la piscina!
An gewöhnlichen Samstagen kriegen die Vision-Kinder Malunterricht. Doch heute, so fanden wir, sollten die Kinder für einmal dem Gewöhnlichen entfliehen und einfach nur Spass haben dürfen! Darum luden wir sie nach San Juan ins Schwimmbad ein.
Obwohl der Eintritt ins Schwimmbad nur fünf Quetzales (ca. fünfzig Rappen) pro Person kostet, kriegen die wenigsten Kinder jemals Gelegenheit, in das Becken zu springen. Wie gross war darum die Freude der Kinder, als wir ihnen vor einer Woche die Nachricht überbrachten. Alle begannen zu jubeln und fragten sieben Tage lang ununterbrochen, wann wir endlich losfahren würden!
Kaum im Schwimmbad angekommen, schreckten auch eher kühle Luft- und Wassertemperaturen niemanden davon ab, sofort ins Wasser zu springen. Unsere Aufmerskamkeit war darum gefragt, denn in Guatemala kann kaum ein Kind schwimmen! Alle sind aber mutig genug, um es mindestens zu versuchen…
Vor allem den Kleinsten griffen wir unter die Arme und gaben ihnen einen ersten Schwimmunterricht, den sie sichtlich genossen. “Otra vez!” schrien sie im Sekundentakt, “noch einmal!” – und an eine Pause in der Sonne war nicht zu denken!
Glücklicherweise ist auch der Energiespeicher eines Kindes irgendwann leer und die hohen Wellen im Pool flachten nach einigen Stunden allmählich ab. Hungrig standen die Kinder in der Sonne, und es wurde Zeit, dass wir die kleinen Mägen mit Futter füllten.
In voll beladenen Tuc-Tucs liessen wir alle ins Vision-Haus chauffieren, wo bereits ein riesiger Topf Spaghetti für die erschöpften Kleinen bereitstand. Alle warteten anständig, bis das Essen verteilt war und fielen dann auf Kommando über die Teller her. Was für ein Anblick! Manchen war der Einsatz der Gabel zu kompliziert, weshalb sie auf ihre kleinen Finger zurückgriffen. In Handarbeit wurden die Spaghetti in mundgerechte Portionen zerstückelt und in den Mund geführt.
Erst als die letzten Niños unser Haus verliessen, merkten wir, wie müde wir eigentlich waren! Eine Fahrt ins Schwimmbad zehrt an den Kräften… wird aber mit jedem Kinderlachen so sehr honoriert, dass wir uns bereits auf den nächsten Ausflug freuen!
Mehr Fotos zu unserem Besuch im Schwimmbad wie immer auf:
www.facebook.com/vision-guatemala
Friday, 23 November 2012
Test bestanden!
Nachdem unsere letzte Kochstunde in San Marcos ein voller Erfolg
gewesen war, liessen wir uns heute im Tuc-Tuc ins benachbarte San Juan
chauffieren, wo uns erneut eine Gruppe von geübten Hausfrauen erwartete.
Mit einer vollen Tüte Gemüse betraten wir die dunkle Küche, wo der Qualm des halboffenen Feuers bereits bis zur Decke stand. Unsere talentierte Hobby-Ernährungswissenschaftlerin Roxy machte sich sofort an die Arbeit und erklärte den kleinen Frauen – deren blitzende Goldzähne bestimmt mehr Wert haben als ihr gesamtes Hab und Gut – warum Gemüse gesund ist UND sogar richtig gut schmeckt!
Gesichter lügen nicht! So ganz geheuer war es den Frauen nicht, als Tula den Frauen in ihrer Lokalsprache Tz’utujil die Namen des ihnen unbekannten Gemüses beibrachte. Skeptisch fassten sie das Grünzeug an und nuschelten sich gegenseitig Dinge ins Ohr.
Unbeirrt schälten wir weiter und zerlegten das Gemüse in mundgerechte Stücke. Dieses Mal blieb auch der Broccoli-Stiel nicht unverschont!
Dank des starken Feuers mussten unsere herzlichen Gastgeberinnen nicht lange auf ihr wohlverdientes Mahl warten! Stolz verteilten wir das Gemüse und den Reis in Plastikteller und warteten auf eine erste Reaktion der skeptischen Vision-Frauen …
… Test bestanden!!!
Die Frauen liebten den Gemüseeintopf und sogar die Kinder waren begeistert. Es gab also Dinge, die fast so gut schmeckten wie Chips!
Wir liessen die Frauen und ihre Kinder nun in Ruhe ihr Essen geniessen und verabschiedeten uns. Hoffentlich werden sie in Zukunft noch häufig auf das köstliche Rezept zurückgreifen und aus ihren Söhnen kräftige junge Männer machen, die ihre Muskeln später nicht als Soldaten brauchen müssen!
Mehr Fotos zu unserer Kochstunde in San Juan auf:
www.facebook.com/vision-guatemala
Mit einer vollen Tüte Gemüse betraten wir die dunkle Küche, wo der Qualm des halboffenen Feuers bereits bis zur Decke stand. Unsere talentierte Hobby-Ernährungswissenschaftlerin Roxy machte sich sofort an die Arbeit und erklärte den kleinen Frauen – deren blitzende Goldzähne bestimmt mehr Wert haben als ihr gesamtes Hab und Gut – warum Gemüse gesund ist UND sogar richtig gut schmeckt!
Gesichter lügen nicht! So ganz geheuer war es den Frauen nicht, als Tula den Frauen in ihrer Lokalsprache Tz’utujil die Namen des ihnen unbekannten Gemüses beibrachte. Skeptisch fassten sie das Grünzeug an und nuschelten sich gegenseitig Dinge ins Ohr.
Unbeirrt schälten wir weiter und zerlegten das Gemüse in mundgerechte Stücke. Dieses Mal blieb auch der Broccoli-Stiel nicht unverschont!
Dank des starken Feuers mussten unsere herzlichen Gastgeberinnen nicht lange auf ihr wohlverdientes Mahl warten! Stolz verteilten wir das Gemüse und den Reis in Plastikteller und warteten auf eine erste Reaktion der skeptischen Vision-Frauen …
… Test bestanden!!!
Die Frauen liebten den Gemüseeintopf und sogar die Kinder waren begeistert. Es gab also Dinge, die fast so gut schmeckten wie Chips!
Wir liessen die Frauen und ihre Kinder nun in Ruhe ihr Essen geniessen und verabschiedeten uns. Hoffentlich werden sie in Zukunft noch häufig auf das köstliche Rezept zurückgreifen und aus ihren Söhnen kräftige junge Männer machen, die ihre Muskeln später nicht als Soldaten brauchen müssen!
Mehr Fotos zu unserer Kochstunde in San Juan auf:
www.facebook.com/vision-guatemala
Tuesday, 20 November 2012
Der Kindersturm
Dass die Kinder Guatemalas lernfreudig sind, wussten wir bereits.
Doch dass sie an ihrem freien Nachmittag derart zahlreich erscheinen
würden, das hätten wir nicht erwartet!
Von vorne… Vision Guatemala unterstützt Frauen mithilfe von Mikrokrediten, um ihnen beim Aufbau einer Einnahmensquelle unter die Arme zu greifen. Aber nicht nur das: Die Vision versucht gleichzeitig, den Kindern unserer Projektteilnehmerinnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Dafür geben wir den Niños Unterricht in Englisch, Mathematik und Handarbeiten. Ausserdem helfen wir ihnen, besser lesen und schreiben zu lernen und sammeln in der Schweiz alte Notebooks, damit wir den Kindern bald auch Computerstunden geben können.
Bisher waren die Unterrichtsstunden leicht chaotisch. Die Klassen waren gefüllt mit Kleinen und Grossen, mit Motivierten und Faulen. Das, so beschlossen wir in unserer wöchentlich stattfindenden Teamsitzung, sollte sich ändern! Ein neuer Stundenplan war vonnöten, ein neuer Lehrplan und vor allem: Neue und gut abgestimmte Gruppen von kleinen Chavos und Chavas. Dafür luden wir alle Kinder um vierzehn Uhr in unser Vision-Haus ein, um sich für die Kurse einzutragen – und …
… das Chaos begann!
Aus Furcht, keinen Platz zu kriegen, stürmten die Kinder unsere Tische und gaben ihren zukünftigen LehrerInnen kaum Raum, um zu atmen. Sorgfältig diktierten sie uns ihre Namen und nannten die Stunden, die sie gerne besuchen würden. Sobald sie in der Liste eingetragen waren, rannten die SchülerInnen mit ihrem Wochenplan weg und studierten ihn Zeile für Zeile!
Nachdem der Kindersturm durch unser gesamtes Haus gefegt war, blieben wir völlig überwältigt zurück. Unser Wunsch war es, mit kleinen Klassen zu arbeiten. Jetzt hatten wir volle Listen, die sogar auf der Rückseite noch eine Fortsetzung fanden. So schön diese Begeisterung war, hatten wir überhaupt die Ressourcen für so viele Kinder? Konnten wir so grossen Erwartungen gerecht werden?
Glücklicherweise hat man in Guatemala selten Zeit, um sich lange zu hintersinnen. Die ersten Stunden beginnen morgen früh um acht Uhr dreissig. Höchste Zeit, dass wir nicht nur professionell planen, sondern auch professionell unterrichten!
Die Kinder haben jede Vorbereitungsstunde mehr als verdient.
(m.)
weitere Fotos vom ereignisreichen Tag auf www.facebook.com/visionguatemala
Von vorne… Vision Guatemala unterstützt Frauen mithilfe von Mikrokrediten, um ihnen beim Aufbau einer Einnahmensquelle unter die Arme zu greifen. Aber nicht nur das: Die Vision versucht gleichzeitig, den Kindern unserer Projektteilnehmerinnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Dafür geben wir den Niños Unterricht in Englisch, Mathematik und Handarbeiten. Ausserdem helfen wir ihnen, besser lesen und schreiben zu lernen und sammeln in der Schweiz alte Notebooks, damit wir den Kindern bald auch Computerstunden geben können.
Bisher waren die Unterrichtsstunden leicht chaotisch. Die Klassen waren gefüllt mit Kleinen und Grossen, mit Motivierten und Faulen. Das, so beschlossen wir in unserer wöchentlich stattfindenden Teamsitzung, sollte sich ändern! Ein neuer Stundenplan war vonnöten, ein neuer Lehrplan und vor allem: Neue und gut abgestimmte Gruppen von kleinen Chavos und Chavas. Dafür luden wir alle Kinder um vierzehn Uhr in unser Vision-Haus ein, um sich für die Kurse einzutragen – und …
… das Chaos begann!
Aus Furcht, keinen Platz zu kriegen, stürmten die Kinder unsere Tische und gaben ihren zukünftigen LehrerInnen kaum Raum, um zu atmen. Sorgfältig diktierten sie uns ihre Namen und nannten die Stunden, die sie gerne besuchen würden. Sobald sie in der Liste eingetragen waren, rannten die SchülerInnen mit ihrem Wochenplan weg und studierten ihn Zeile für Zeile!
Nachdem der Kindersturm durch unser gesamtes Haus gefegt war, blieben wir völlig überwältigt zurück. Unser Wunsch war es, mit kleinen Klassen zu arbeiten. Jetzt hatten wir volle Listen, die sogar auf der Rückseite noch eine Fortsetzung fanden. So schön diese Begeisterung war, hatten wir überhaupt die Ressourcen für so viele Kinder? Konnten wir so grossen Erwartungen gerecht werden?
Glücklicherweise hat man in Guatemala selten Zeit, um sich lange zu hintersinnen. Die ersten Stunden beginnen morgen früh um acht Uhr dreissig. Höchste Zeit, dass wir nicht nur professionell planen, sondern auch professionell unterrichten!
(m.)
weitere Fotos vom ereignisreichen Tag auf www.facebook.com/visionguatemala
Saturday, 10 November 2012
Kochunterricht in San Marcos
Unsere treue Mitarbeiterin Roxy muss heute bereits um sieben Uhr
aufstehen, um auf dem Markt frisches Gemüse einzukaufen. Mit vollen
Tüten kommt sie uns lachend entgegen, und wir fahren ins benachbarte San
Marcos, das (wie alle schon erfahren haben) vorgestern von einem
schweren Erdbeben heimgesucht wurde.
Mit einem herzlichen “Buenos Días!” und leeren Mägen wird unsere Delegation in der Lehmhütte einer Vision-Familie begrüsst. Die vollen Taschen erregen die Aufmerksamkeit der Frauen: “Sí Señoras! Heute kochen wir – für Euch!”.
Es ist kein Geheimnis, dass die Ernährung der einheimischen Bevölkerung etwas monoton ausfällt. Man ernährt sich in Guatemala hauptsächlich von Frijoles (Bohnen) und Tortillas. Das soll sich heute ändern! Wir machen es uns auf kleinen Holzhockern bequem und schneiden unter den kritischen Blicken der Hausfrauen vitaminreiches und günstiges Gemüse in Stücke. Als ich den Stiel des Broccolis in den Kompost werfen will, ermahnt mich eine Projektteilnehmerin, dass man den doch auch essen kann. Wie Recht sie doch hat! Ich entschuldige mich und schneide weiter.
Unser Gemüseeintopf riecht bereits köstlich. Er darf nun ruhig vor sich hinkochen. Nicola nutzt die Pause und gibt den Frauen im Garten Unterricht. Aufmerksam folgen die Chavas ihren Ausführungen am Whiteboard und helfen sich gelegentlich mit Simultanübersetzungen aus dem Spanischen in die Lokalsprache Tz′utujil.
Ich hingegen darf mir einen Wunsch erfüllen und werde von einer wahren Meisterin in die Kunst des Tortilla-Formens eingeweiht. Es sieht einfach aus, ist es aber überhaupt nicht! Der Teig klebt mir an den Fingern und ich muss mich geschlagen geben. Schmecken tut meine erste Tortilla trotzdem!
(Das fand übrigens auch Antonio!)
Das Gemüse ist auf dem Holzfeuer bereits weich gekocht, und auch der Reis ist fertig. Wir betonen nochmals, wie gesund und günstig der Gemüseeintopf ist, und servieren das Essen in Plastiktellern. Wir sind gespannt, ob das Essen den Frauen und Kindern schmecken wird und sind erleichtert, als alle nach dem ersten Bissen in die Runde lachen!
Für uns ist es Zeit, zu gehen. Wir bedanken uns bei allen für ihre Aufmerksamkeit und freuen uns bereits auf die nächste Kochstunde! Dann mit einem neuen Rezept!
(m.)
Mit einem herzlichen “Buenos Días!” und leeren Mägen wird unsere Delegation in der Lehmhütte einer Vision-Familie begrüsst. Die vollen Taschen erregen die Aufmerksamkeit der Frauen: “Sí Señoras! Heute kochen wir – für Euch!”.
Es ist kein Geheimnis, dass die Ernährung der einheimischen Bevölkerung etwas monoton ausfällt. Man ernährt sich in Guatemala hauptsächlich von Frijoles (Bohnen) und Tortillas. Das soll sich heute ändern! Wir machen es uns auf kleinen Holzhockern bequem und schneiden unter den kritischen Blicken der Hausfrauen vitaminreiches und günstiges Gemüse in Stücke. Als ich den Stiel des Broccolis in den Kompost werfen will, ermahnt mich eine Projektteilnehmerin, dass man den doch auch essen kann. Wie Recht sie doch hat! Ich entschuldige mich und schneide weiter.
Unser Gemüseeintopf riecht bereits köstlich. Er darf nun ruhig vor sich hinkochen. Nicola nutzt die Pause und gibt den Frauen im Garten Unterricht. Aufmerksam folgen die Chavas ihren Ausführungen am Whiteboard und helfen sich gelegentlich mit Simultanübersetzungen aus dem Spanischen in die Lokalsprache Tz′utujil.
Ich hingegen darf mir einen Wunsch erfüllen und werde von einer wahren Meisterin in die Kunst des Tortilla-Formens eingeweiht. Es sieht einfach aus, ist es aber überhaupt nicht! Der Teig klebt mir an den Fingern und ich muss mich geschlagen geben. Schmecken tut meine erste Tortilla trotzdem!
(Das fand übrigens auch Antonio!)
Das Gemüse ist auf dem Holzfeuer bereits weich gekocht, und auch der Reis ist fertig. Wir betonen nochmals, wie gesund und günstig der Gemüseeintopf ist, und servieren das Essen in Plastiktellern. Wir sind gespannt, ob das Essen den Frauen und Kindern schmecken wird und sind erleichtert, als alle nach dem ersten Bissen in die Runde lachen!
Für uns ist es Zeit, zu gehen. Wir bedanken uns bei allen für ihre Aufmerksamkeit und freuen uns bereits auf die nächste Kochstunde! Dann mit einem neuen Rezept!
(m.)
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