Tuesday, 12 February 2013

Unser neues Computerlabor

Endlich ist der langersehnte Tag da - Der erste Computerkurs findet statt. Die Kinder haben uns in den letzten Wochen  immer wieder danach gefragt und wir haben wochenlang gestrichen, gewerkelt, gebastelt und eingekauft um alles für diesen Tag vorzubereiten. 


Am Samstagmorgen um zehn Uhr stehen dann auch bereits die ersten Kinder erwartungsvoll vor der Türe. Allerdings beginnt der Kurs leider erst am Nachmittag, weshalb wir die Kinder schweren Herzens nochmals wegschicken müssen.
Umso grösser ist dafür die Freude bei denen, die nachmittags nochmals den Weg zu uns finden. Wie immer fährt dafür unser "Shuttle-Pickup" nach San Juan, um die Kinder, die einen weiten Weg haben, abzuholen.


Im neuen Schulzimmer, welches gleichzeitig auch von allen Kindern zum Erledigen ihrer Hausaufgaben benutzt werden kann, beginnt unser Voluntär Pablo mit dem Kurs für die erwartungsvollen Kinder. Es ist muckmäuschen still im Raum und die Kinder hören ihm gespannt zu, wie ein Computer funktioniert und machen mit ihm gemeinsam erste Übungen.



Die Zeit scheint wie im Flug zu vergehen und nach gut zwei Stunden dürfen wir strahlende, von den vielen Eindrücken sichtlich müde Kinder nach Hause fahren.

Auch hier in Guatemala gibt es immer mehr Berufe, bei denen Computerkenntnisse unabdingbar sind. Zudem benötigen alle Kinder Zugang zu einem Computer, wenn sie ihre Hausaufgaben erledigen wollen. Leider haben die meisten Familien dafür kein Budget. Hier in den Räumlichkeiten von Vision Guatemala können die Kinder nun endlich von Montag bis Samstag kopieren, drucken und das Internet benutzen. Deshalb möchten wir uns ganz herzlich bei allen bedanken, die uns geholfen haben, den Kindern die Möglichkeit zu bieten, unsere Kurse zu besuchen und ihre Hausaufgaben bei uns zu erledigen.

Ein ganz besonderer Dank geht aber an den  Rotary Club Uetliberg, der mit seiner grosszügigen Spende ermöglicht hat, dass wir den Kindern drei neue Computer für unser Schulzimmer kaufen konnten. Wir freuen uns sehr, dass wir den Kindern nebst den vielen alten Lap Tops, die alle verschiedene Alterschwächen vorweisen, drei wunderbar funktionierende Computer zur Verfügung stellen können.



Wer gerne seinen alten, aber noch funktionierenden Laptop für unser neues Computerlabor spenden möchte, kann sich bei Nicola per Email melden (info@vision-guatemala.org). Der nächste Volontär-Flug nach Guatemala geht am 27. Februar 2013.
By Laila


Saturday, 19 January 2013

Vision Guatemala Stipendien 2013

Seit Wochen haben die Mitglieder unserer grossen Familie Vision Guatemala gespannt auf diesen unvergesslichen Tag gewartet – endlich ist es soweit: Am Sonntag 13. Januar, dem letzten Tag vor Schulbeginn, versammelt sich unsere bunte Schar von Visions-Frauen und Kinder im “salon de la municipalidad”, dem Gemeindezentrum von San Pedro La Laguna zur Übergabe unserer hart erarbeiteten Stipendien für das Schul- und Studienjahr 2013.

Für unser 15köpfiges Team, zusammengewürfelt aus lokalen Mitarbeitern und Volunteers aus aller Welt, beginnt der Tag bereits im Morgengrauen mit dem Transport der Materialien. 200 Stühle, ein Soundsystem und 80 prall gefüllte Rucksäcke werden in sauberer Ordnung auf mehreren Fahrten ins Gemeindezentrum chauffiert.


Der Plan, wie der Saal eingerichtet werden soll, wurde am Vortag auf dem Whiteboard in der Teamsitzung aufgezeichnet. Ob die Crew sich wohl an den Plan halten wird?


Kurz vor dem Mittag ist der Saal eingerichtet. Was nicht auf Anhieb klappt, wird perfekt improvisiert. Zwei Mitwirkende haben eine mehrstündige und schwierige Reise zurückgelegt um am heutigen Anlass teilzunehmen – mit Bus, Pickup, Tuctuc und Schiff schaffen sie es schlussendlich trotz gesperrten Strassen und Streik noch rechtzeitig nach San Pedro La Laguna: der Fotograf und der Artist für den Hauptakt!
Wir schauen auf die vielen leeren Stühle und werden uns bewusst, dass heute wohl der grösste Anlass in der Geschichte unserer Vision stattfinden wird. Alle sind ein bisschen nervös, die meisten wirken aber gelassen und zuversichtlich.

Eine Viertelstunde vor Türöffnung stehen unsere Mitglieder, die begünstigten Frauen und ihre Kinder, bereits vor dem Eingang Schlange. Wir haben damit gerechnet – unser guter Freund John spielt am Eingang seine selbst angefertigte Harve und freut sich über das grosse Publikum, das berührt seinen sanften Klängen zuhört.


Als es endlich soweit ist, erwarten uns zahlreiche gespannte Frauen und Kinder an der Türe und es dauert nicht lange, bis alle Stühle besetzt sind. Bis auf eine einzige Frau, welche aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnte, sind alle da. Die Übergabe der Stipendien will sich niemand entgehen lassen!


Die Frauen und Kinder warten gespannt auf ihren Stühlen bis es losgeht und scheinen genauso nervös zu sein, wie wir selber. Es herrscht eine gespannte aber schöne Atmosphäre im Saal!


Sobald Nicola zu sprechen beginnt verstummen alle. Die Frauen und Kinder im Saal hören gespannt zu. Aber nicht nur Sie! Heute ist sogar das lokale Fernsehen gekommen und überträgt diesen Tag live auf dem lokalen Sender.


Ein Satz von Nicola bleibt vor allem hängen: DIE STIPENDIEN SIND KEINE GESCHENKE!

Sie sind der Lohn für die viele Arbeit der Frauen! Und für ihre Bereitschaft am Projekt teilzunehmen, auch wenn dies teilweise bedeutet, dass sie an ihre Grenzen gehen müssen. Die Mitglieder haben im Verlauf des letzten Jahres ein intensives Training absolviert und ihren Mikrokredit in das eigene Projekt investiert. Für diese Frauen ist der Umgang mit Geld völlig neu, bedeutet eine ganz neue Herausforderung und viel Verantwortung. Dass sich die Frauen dieser Herausforderung stellen bedeutet viel mehr, als man sich vorstellen kann.

Wir wünschen uns sehr, dass sie der neuen Herausforderung gewachsen sind und in Zukunft ihre Familien ohne fremde Hilfe versorgen können. Viele haben dies schon bewiesen, bei einigen wird es sich noch zeigen müssen.

Anabela, unsere einheimische Mitarbeiterin, stellt sicher, dass alle Anwesenden genau verstehen, was unsere Stipendien beinhalten und an welche Bedingungen sie geknüpft sind. Sie übersetzt Wort für Wort auf Z’utujil, die lokal am meisten verbreitete Sprache. Vision Guatemala ermöglicht den begünstigten Kindern und Jugendlichen, ein komplettes Studium von der Grundschule bis zur Universität oder Berufsbildung zu absolvieren, solange die Mütter ihren Verpflichtungen nachkommen. Neben den obligatorischen Schulgebühren kommt die Organisation für sämtliches Material auf. Zusätzlich wird in den neuen Räumlichkeiten ein eigenes Computerlabor eingerichtet, wo die Schüler ihre Hausaufgaben erledigen, Kopien erstellen und Arbeiten ausdrucken können. Die im letzten Jahr beliebten und zahlreich besuchten Unterrichtstunden dürfen auch dieses Jahr nicht fehlen: Die Kinder und Jugendlichen werden weiterhin in Mathematik, Englisch, Spanisch, Geografie, Computer-Basics und Kunst unterrichtet.

 
Nach der berührenden Rede von Nicola folgt eine Überraschung. Jazz, der Clown, begeistert die Anwesenden mit seiner wunderbaren Show. Die strahlenden Gesichter der Kinder und Frauen und die fröhliche Atmosphäre kann man wohl nicht mehr übertreffen, oder?


Man kann! Nach der Show beginnen wir nämlich mit dem Verteilen der vollgepackten Rücksäcke für die Kinder, was die Menschen noch mehr zum Srahlen bringt, auch wenn wir dies nicht für möglich gehalten hätten. Viele haben Tränen der Rührung in den Augen. Auch wir!


Der wunderbare Tag endet mit einem Gruppenfoto der ganzen Vision Guatemala Familie und mit vielen warmen Worten sowie herzlichen Umarmungen!



Eins ist klar, diesen Tag werden wir so schnell nicht wieder vergessen!


By Laila

weitere Fotos sind zu bestaunen auf www.facebook.com/visionguatemala

Monday, 7 January 2013

Kinder helfen Kindern – grosser Einsatz in Gotthaus!


Bereits Ende November begegnete uns eine muntere Kinderschar, arbeitsam in Räumen des Schulhauses Hoferberg in Wilen-Gottshaus. Hier bereitete sich  Gross und Klein einzigartig auf Weihnachten vor. Kinder, Mütter und Lehrpersonen begannen gemeinsam zu basteln, backen und schreiben, um alles auf dem Weihnachtsmarkt verkaufen zu können.



Sie hatten sich ein besonderes Ziel gesetzt: Weihnachten für “Vision Guatemala”! Jenen Kindern und Frauen, die in unser Projekt “Vision Guatemala” eingebunden sind, soll es ebenso gut ergehen wie unseren hier.


Was aus dieser Idee entstanden ist, lässt sich sehen! Das Resultat eines grossartigen Einsatzes durften heute alle miteinander feiern! Sitzend im Kreis warteten aufmerksame Kinderaugen, Eltern und Lehrerschaft gespannt auf das Ergebnis ihres Werkens und Gestaltens.


Und siehe da! Schüler brachten einen Riesencheck in die Runde. Ein Staunen und Applaudieren, denn der Check war beziffert mit einem Betrag von Fr. 1542.50! Erwünschtes darf möglich werden!


Aufgezeichnet auf Plakaten waren nun die verschiedenen Wünsche zu lesen, die sich Vision Guatemala gerne erfüllen möchte. Die Schulkinder durften jetzt gemeinsam mit ihren Eltern und Lehrern überall dorthin Punkte setzen, welcher Wunsch mit ihrem Einsatz für die Frauen und Kinder von Vision Guatemala Wirklichkeit  werden sollte. Es ergaben sich Konfetti farbige Bilder, alles “gepunktet”, zugunsten von Vision Guatemala!



Da flogen zum Abschluss Ballone nicht nur mit Neujahrswünschen in die Luft, sondern bestimmt auch mit weitherzigen Gedanken an jene Kinder und Frauen, die von Vision Guatemala unterstützt werden.
Herzlichen Dank an die Familie Blöchlinger, Elisabeth Sigfalk und ihr Team sowie an alle Kinder, die so grossen Einsatz für unsere Familien in Guatemala geleistet haben!

Thursday, 3 January 2013

Besuch bei der Gemeinde

Vision Guatemala braucht fuer Sonntag in einer Woche einen Raum fuer ueber 80 Personen. Schliesslich soll den Schulkindern ihr neues Schulmaterial ueberreicht werden. Ebenfalls ist wichtig, dass wir Soe darueber informieren koennen, dass Vision Guatemala verschiedene Dinge anbieten. So koennen Sie beispielweise hier kopieren, drucken und auch das Internet benuetzen. All diese Dinge sind notwendig, um die Schule hier zu besuchen. Leider hat kaum eine Familie die Moeglichkeit oder die finanziellen Mittel um dies zu bewerkstelligen. Nicola moechte die Kinder und deren Muetter ebenfalls ueber verschiedene Kurse informieren, welche Vision Guatemala den Kindern anbietet. So koennen die Kinder zusaetzlich zur Schule Kurse in Englisch, Spansich, Mathematik aber auch in Kunst besuchen und lernen, wie man mit dem Computer umgeht. Diese Kurse sind nicht nur sehr beliebt sondern auch notwendig, da viele Schulen nicht genuegend auf die verschiedenen Beduefnisse der Kinder eingehen koennen.

Zu viert machen wir uns also auf, um die Gemeinde zu bitten, uns einen geeigneten Raum dafuer zur Verfuegung zu stellen. Der Buergermeister ist nicht da. Wir werden aber von sage und schreibe sieben Gemeindemitglieder empfangen, welche uns viele Fragen zur Organisation stellen. Es fuehlt sich an, als ob wir eine  Bitte um einen Millionbeitrag fuers Projekt gestellt haetten. Es handelt sich aber tatsaechlich nur um die Benuetzung eines Raumes fuer drei Stunden. Sie beschliessen, dass wir einen Antrag fuer den Raum stellen duerfen. Natuerlich schriflich. Wir verabschieden uns einzeln dankend bei Allen und machen uns auf, den Antrag zu stellen. Natuerlich ist mit diesem so einiges nicht in Ordung. So fehlt beispielsweise ein Stempel der Organisation. Dennoch bewilligen Sie den Antrag gnaedigerweise.

Andere Laender, andere Sitten. Schon ja, sinnlose Buerokratie scheint es aber dennoch ueberallhin zu schaffen:-)

Laila

Erste Eindrücke von Vision Guatemala

Kaum aus dem Bus gestiegen erwarten mich bereits Nicola und ihr Freund Cesar, welcher mir auch sofort mein Gepaeck abnimmt. Dann fuehren Sie mich ins Buero von Vision Guatemala, wo ich ebenfalls sehr herzlich von den beiden Guatemaltekinnen Roxy und Tula begruesst werde. Dass ich noch kaum spanisch spreche interessiert hier niemanden. Sie nehmen mich trotzdem ueberallhin mit, zeigen mir das Dorf und erklaeren mir geduldig alles zweimal, wenn ich sie nicht verstehe

Die Frauen aus dem Dorf begruessen mich mit Umarmungen und kuessen. Auch Sie sind sehr geduldig mit der nichtspanischsprechenden Weissen. Durch die vielen Touristen am wuenderschoenen See sind sie es zwar gewohnt, weisse zu sehen, dass sie von einer zu Hause besucht werden scheint aber doch eher unueblich zu sein.

Nach einem sehr vielseiten ersten Tag mit vielen Eindruecken, lege ich mich muede ins Bett. Da hier viel gearbeitet wird, treffen sich die Mitarbeiter von Vision Guatemala am naechsten Tag bereits wieder um 07.30 im Buero. Ich darf aber ausschlafen und geselle mich erst mittags zu Ihnen. Es steht ein Besuch beim Buergermeister der Stadt an. Vision Guatemala sucht naemlich fuer Sonntag einen Raum fuer ueber 80 Personen, um den Kindern die verdienten Schuldiplome und das neue Unterrichtsmaterial zu uebergen. Wie so vieles ist aber auch das Mieten eines Raumes hier anders als zu Hause. Auch wenn wir den Raum nur fuer einige Stunden benoetigen, muss ein Antrag gestellt werden. Allerdings erst, nachdem wir von 7 Mitgliedern der Gemeindeverwaltung begutachtet und befragt worden sind. Alle sind sehr freundlich, wollen uns aber auch zeigen, wie wichtig sie und ihre Arbeit wohl sind und dass sie die Vermietung eines Raumes nicht auf die leichte Schulter nehmen:-) Fuer mich, aber auch fuer die anderen ein unvergessliches Erlebnis... 

Kaum sind wir zurueck im Buero kommen auch schon viele Frauen mit ihren Kindern und den Unterlagen fuer die Schule. Vision Guatemala uebernimmt fuer die Kinder naemlich nicht nur die Kosten fuer die Schule sondern auch die Anmeldung, welche hier ebenfalls anders funktioniert als zuhause und fuer mich doch gewoehnungsbeduerftig kompliziert zu sein scheint!  Es werden viele Fragen gestellt, welche Nicola, Tula und Roxy geduldig beantworten. Mit etwas glueck kann die Anmeldung der Kinder am kommenden Montag stattfinden, wir werden sehen. 

Ich bin auf alle Faelle gespannt auf die kommende Zeit und freue mich sehr darauf. Fest steht, hier wird anders gearbeitet, begruesst, erzaehlt, gegessen und gelebt als zu Hause und das gefaellt mir sehr!

Laila

Monday, 24 December 2012

Vision Guatemala – navidad de alegria

Eine fröhliche und ausgelassene Kinderschar in unserem Visionshaus – das schönste Weihnachtsgeschenk!
“Heute war der schönste Tag meines Lebens”, lachte Marvin aufgeregt, als sich die Kinder von San Juan, bereit für den Heimweg, auf die Ladefläche unseres Pickups drängten.
Mit den Kindern in den Strassen von San Pedro
Seit den frühen Morgenstunden hatten wir bereits alles für einen unvergesslichen Tag mit unseren Kids vorbereitet. Wie jeden Samstag, machte sich Cesar kurz vor 10 Uhr auf den Weg ins Nachbardorf, um die Kinder, die etwas weiter entfernt wohnen, zu Hause abzuholen. Wir wissen nie genau, wieviele Kinder tatsächlich auftauchen, da die meisten von ihnen arbeiten und es die Eltern deshalb nicht erlauben, samstags zu uns zu kommen. Cesar zählte die Kinder beim Aufladen und rief schnell in die Küche an, um die Anzahl Mittagessen festzulegen. Höchste Flexibilität ist gefragt! Heute schien es mir, dass gerade diese Herausforderung für unser eingespieltes Kernteam einen gewissen Reiz hat. Wir wissen mittlerweile, dass es wenig braucht, um einen Tag mit unseren Kleinen und Grossen perfekt zu gestalten. Während ich mit Roxy und der Kinderschar richtung Cristalinas ans Seeufer loszog, widmeten sich Cesar, Jo und Josefa der Vorbereitung des Mittagessens.

Ein Springseil, ein Fussball, eine Spielwiese – und 50 lachende Kinder, das ist für uns wie Weihnachten! Heute sollte es für einmal nichts als Spiele, süsse Überraschungen und ein feines Mittagessen geben. Ich frage die Kinder bei der Begrüssung nach dem Namen unserer Familie – “Vision Guatemala” riefen sie einstimmig. Das wäre also geklärt. Da es heute sehr windig war, konnten wir nicht wie geplant im See baden. Macht nichts, die Kinder vergnügten sich genau so bei der guatemaltekischen Version von “Fätzli gleit” und beim Ballspielen.

“Fätzli Gleit” Guatemalan Style
Mit vereinten Kräften – beim Seilziehen gewinnen nach einer ausgeglichenen Partie die Mädchen gegen die Jungs!
Nach einem halbstündigen Fussmarsch zu unserem Visionshaus setzten sich die Kinder hungrig an die gedeckten Tische im Garten. Chefkoch Cesar und seine Küchengehilfinnen waren froh, dass auch die grösseren Kinder unaufgefordert anpackten, um das Mittagessen und den Kuchen zu servieren.

Im Schatten der Bananenbäume in unserem Vorgarten fanden alle Kinder ein Plätzchen und genossen das verdiente Mittagessen.
Zu guter Letzt durfte natürlich die legendäre “Piñata” nicht fehlen, eine grosse mit Süssigkeiten gefüllte Kartonpuppe. Wir verabschiedeten uns von den Kindern mit dem Versprechen, dass auch im nächsten Jahr der Unterricht und die Malstunden weitergeführt werden, worüber sie sich besonders freuten.

Nachdem alles aufgeräumt war und das Team endlich zur Ruhe kam, machte ich mich auf den Weg ins Büro, um mit euch, liebe Visions-Freunde, die Eindrücke des unvergesslichen Tags zu teilen. Einige Mütter sprachen mich auf dem Weg an und bedankten sich für unsere Arbeit. Was gibt es Schöneres als eine glückliche Visionsfamilie!


Merry Christmas!

Nicola

Fotos auf www.facebook.com/Visionguatemala

Tuesday, 27 November 2012

Vamos a la piscina!


An gewöhnlichen Samstagen kriegen die Vision-Kinder Malunterricht. Doch heute, so fanden wir, sollten die Kinder für einmal dem Gewöhnlichen entfliehen und einfach nur Spass haben dürfen! Darum luden wir sie nach San Juan ins Schwimmbad ein.

Obwohl der Eintritt ins Schwimmbad nur fünf Quetzales (ca. fünfzig Rappen) pro Person kostet, kriegen die wenigsten Kinder jemals Gelegenheit, in das Becken zu springen. Wie gross war darum die Freude der Kinder, als wir ihnen vor einer Woche die Nachricht überbrachten. Alle begannen zu jubeln und fragten sieben Tage lang ununterbrochen, wann wir endlich losfahren würden!


Kaum im Schwimmbad angekommen, schreckten auch eher kühle Luft- und Wassertemperaturen niemanden davon ab, sofort ins Wasser zu springen. Unsere Aufmerskamkeit war darum gefragt, denn in Guatemala kann kaum ein Kind schwimmen! Alle sind aber mutig genug, um es mindestens zu versuchen… :)


Vor allem den Kleinsten griffen wir unter die Arme und gaben ihnen einen ersten Schwimmunterricht, den sie sichtlich genossen. “Otra vez!” schrien sie im Sekundentakt, “noch einmal!” – und an eine Pause in der Sonne war nicht zu denken!


Glücklicherweise ist auch der Energiespeicher eines Kindes irgendwann leer und die hohen Wellen im Pool flachten nach einigen Stunden allmählich ab. Hungrig standen die Kinder in der Sonne, und es wurde Zeit, dass wir die kleinen Mägen mit Futter füllten.

In voll beladenen Tuc-Tucs liessen wir alle ins Vision-Haus chauffieren, wo bereits ein riesiger Topf Spaghetti für die erschöpften Kleinen bereitstand. Alle warteten anständig, bis das Essen verteilt war und fielen dann auf Kommando über die Teller her. Was für ein Anblick! Manchen war der Einsatz der Gabel zu kompliziert, weshalb sie auf ihre kleinen Finger zurückgriffen. In Handarbeit wurden die Spaghetti in mundgerechte Portionen zerstückelt und in den Mund geführt.


 Erst als die letzten Niños unser Haus verliessen, merkten wir, wie müde wir eigentlich waren! Eine Fahrt ins Schwimmbad zehrt an den Kräften… wird aber mit jedem Kinderlachen so sehr honoriert, dass wir uns bereits auf den nächsten Ausflug freuen!

Mehr Fotos zu unserem Besuch im Schwimmbad wie immer auf:

www.facebook.com/vision-guatemala

Friday, 23 November 2012

Test bestanden!

Nachdem unsere letzte Kochstunde in San Marcos ein voller Erfolg gewesen war, liessen wir uns heute im Tuc-Tuc ins benachbarte San Juan chauffieren, wo uns erneut eine Gruppe von geübten Hausfrauen erwartete.



Mit einer vollen Tüte Gemüse betraten wir die dunkle Küche, wo der Qualm des halboffenen Feuers bereits bis zur Decke stand. Unsere talentierte Hobby-Ernährungswissenschaftlerin Roxy machte sich sofort an die Arbeit und erklärte den kleinen Frauen – deren blitzende Goldzähne bestimmt mehr Wert haben als ihr gesamtes Hab und Gut – warum Gemüse gesund ist UND sogar richtig gut schmeckt!



Gesichter lügen nicht! So ganz geheuer war es den Frauen nicht, als Tula den Frauen in ihrer Lokalsprache Tz’utujil die Namen des ihnen unbekannten Gemüses beibrachte. Skeptisch fassten sie das Grünzeug an und nuschelten sich gegenseitig Dinge ins Ohr.

Unbeirrt schälten wir weiter und zerlegten das Gemüse in mundgerechte Stücke. Dieses Mal blieb auch der Broccoli-Stiel nicht unverschont!




Dank des starken Feuers mussten unsere herzlichen Gastgeberinnen nicht lange auf ihr wohlverdientes Mahl warten! Stolz verteilten wir das Gemüse und den Reis in Plastikteller und warteten auf eine erste Reaktion der skeptischen Vision-Frauen …




… Test bestanden!!!

Die Frauen liebten den Gemüseeintopf und sogar die Kinder waren begeistert. Es gab also Dinge, die fast so gut schmeckten wie Chips!

Wir liessen die Frauen und ihre Kinder nun in Ruhe ihr Essen geniessen und verabschiedeten uns. Hoffentlich werden sie in Zukunft noch häufig auf das köstliche Rezept zurückgreifen und aus ihren Söhnen kräftige junge Männer machen, die ihre Muskeln später nicht als Soldaten brauchen müssen!



Mehr Fotos zu unserer Kochstunde in San Juan auf:
www.facebook.com/vision-guatemala

Tuesday, 20 November 2012

Der Kindersturm

Dass die Kinder Guatemalas lernfreudig sind, wussten wir bereits. Doch dass sie an ihrem freien Nachmittag derart zahlreich erscheinen würden, das hätten wir nicht erwartet!


Von vorne… Vision Guatemala unterstützt Frauen mithilfe von Mikrokrediten, um ihnen beim Aufbau einer Einnahmensquelle unter die Arme zu greifen. Aber nicht nur das: Die Vision versucht gleichzeitig, den Kindern unserer Projektteilnehmerinnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Dafür geben wir den Niños Unterricht in Englisch, Mathematik und Handarbeiten. Ausserdem helfen wir ihnen, besser lesen und schreiben zu lernen und sammeln in der Schweiz alte Notebooks, damit wir den Kindern bald auch Computerstunden geben können.


Bisher waren die Unterrichtsstunden leicht chaotisch. Die Klassen waren gefüllt mit Kleinen und Grossen, mit Motivierten und Faulen. Das, so beschlossen wir in unserer wöchentlich stattfindenden Teamsitzung, sollte sich ändern! Ein neuer Stundenplan war vonnöten, ein neuer Lehrplan und vor allem: Neue und gut abgestimmte Gruppen von kleinen Chavos und Chavas. Dafür luden wir alle Kinder um vierzehn Uhr in unser Vision-Haus ein, um sich für die Kurse einzutragen – und …


… das Chaos begann! :)

Aus Furcht, keinen Platz zu kriegen, stürmten die Kinder unsere Tische und gaben ihren zukünftigen LehrerInnen kaum Raum, um zu atmen. Sorgfältig diktierten sie uns ihre Namen und nannten die Stunden, die sie gerne besuchen würden. Sobald sie in der Liste eingetragen waren, rannten die SchülerInnen mit ihrem Wochenplan weg und studierten ihn Zeile für Zeile!


Nachdem der Kindersturm durch unser gesamtes Haus gefegt war, blieben wir völlig überwältigt zurück. Unser Wunsch war es, mit kleinen Klassen zu arbeiten. Jetzt hatten wir volle Listen, die sogar auf der Rückseite noch eine Fortsetzung fanden. So schön diese Begeisterung war, hatten wir überhaupt die Ressourcen für so viele Kinder? Konnten wir so grossen Erwartungen gerecht werden?


Glücklicherweise hat man in Guatemala selten Zeit, um sich lange zu hintersinnen. Die ersten Stunden beginnen morgen früh um acht Uhr dreissig. Höchste Zeit, dass wir nicht nur professionell planen, sondern auch professionell unterrichten! :) Die Kinder haben jede Vorbereitungsstunde mehr als verdient.

(m.)

weitere Fotos vom ereignisreichen Tag auf www.facebook.com/visionguatemala